Umweltanalytiker sind Experten für professionelle Schallpegelmessungen.
"Lärm" ist störender, belästigender oder gefährdender Schall. Aus dieser
Definition ergibt sich: "Lärm" ist kein physikalischer, sondern ein subjektiver
Begriff: Für die Beurteilung von Schall als Lärm sind die Betroffenen maßgebend. Lärm
ist demzufolge auch nicht direkt messbar. Messbar hingegen sind die auftretenden Geräusche.
Was aber sind Geräusche und wie lassen sie sich messen?
Um dies zu beantworten, muss man zunächst einige
Begriffe und Vorgehensweisen der Akustik (das ist die Lehre vom Schall) kennen:
Schall entsteht durch Schwingungen einer Schallquelle (z. B. Stimmbänder oder Lautsprechermembran) und
benötigt zu seiner Ausbreitung ein Medium (z. B. die Luft).
Die Schwingungen der Schallquelle
übertragen sich auf das Medium. Diese Schwingungen bzw. Druckschwankungen der Luft kann
unser Ohr als Schall wahrnehmen. Schall kann sich aber auch in Flüssigkeiten (Wasser)
oder Festkörpern (z, B. Rohrleitungen, Wände, Decken) ausbreiten.
Die Fülle dessen, was der Mensch hören
kann, wird vor allem durch die Lautstärke und Tonhöhe bestimmt. Die Lautstärke, also
der Eindruck, wie laut ein Schall ist, hängt von der Größe der Luftdruckschwankungen,
dem
"Schalldruck",
ab: Je größer die Schwankungen, um so lauter wird der Schall empfunden. Verglichen mit
dem atmosphärischen Luftdruck sind die dem Schall zugrunde liegenden Druckschwankungen
außerordentlich gering: Bei normaler Sprache z. B. betragen sie wesentlich weniger als
ein Millionstel des Luftdrucks!
Die Tonhöhe eines Schalls hängt von der
Häufigkeit der Druckschwankungen ab. Die Anzahl der Schwingungen einer Schallwelle in der Sekunde wird
Frequenz genannt und in der Einheit "Hertz" (Hz) angegeben. Man empfindet einen Ton um so höher, je
größer die Frequenz des Tones ist. Ein Jugendlicher kann Töne im Frequenzbereich von
etwa 16 bis 20 000 Hz hören, doch verliert der Mensch mit zunehmendem Alter die
Fähigkeit, sehr hohe Töne wahrzunehmen.
In unserer Umwelt kommen reine Töne nur sehr selten vor. Vielmehr
hat man es meistens mit einem Gemisch lauter und leiser, hoher und tiefer Frequenzen zu
tun. Dieses Gemisch nennen wir Geräusch. Das menschliche Gehör verfügt zwischen
Hörschwelle und Schmerzgrenze über eine erstaunlich große Spanne zur Wahrnehmung des
Schalldrucks. Die Schallintensität (= Schall-Leistung pro Fläche, die z. B. auf unser
Ohr bzw. Trommelfell trifft) kann millionen- und billionenmal stärker sein als an der
Hörschwelle.
Um nicht mit so riesigen Zahlen umgehen zu
müssen, einigte man sich in der Akustik schon vor einigen Jahrzehnten darauf, Schalldruckpegel in Dezibel (dB) anzugeben. Die Dezibelskala ist
logarithmisch aufgebaut, dadurch gelingt es, die Schallintensität vom relativen Wert 1
(Hörschwelle) bis zum Wert 10 000 000 000 000 (= 10 Billionen = Schmerzgrenze} in Werten
von 0 bis 130 dB zu erfassen.
Für die Dezibel-Skala gelten damit aber
auch besondere Rechenregeln: Erhöht man einen Schallpegel um 10 dB, so entspricht das
einer Verzehnfachung der Schallintensität. Eine Erhöhung um 20 dB entspricht einer
hundertfachen und eine Erhöhung von 30 dB einer tausendfachen Vergrößerung des
Schallintensität. Eine Erhöhung (Verminderung) des
Schallpegels um 6 dB entspricht einer Verdoppelung (Halbierung) der Schallintensität.
Wie bereits oben erwähnt, ist das
menschliche Ohr nicht für alle Frequenzen (also Tonhöhen) gleich empfindlich. Die größte Hörempfindlichkeit liegt
zwischen 1000 und 4000 Hz, d. h. tiefe Töne unter 1000 Hz und hohe Töne über 4000 Hz nimmt man
vergleichsweise leiser wahr als Töne mittlerer Frequenz.
Diese frequenzabhängige Empfindlichkeit
des menschlichen Gehörs wird bei Schallmessungen mit Bewertungskurven nachgebildet, die
durch Buchstaben gekennzeichnet werden. International wird vor aliem die Kurve A
angewandt, Pegelwerte,
die nach der Kurve A bewertet sind, werden in dB(A) angegeben.
Sehr leise Geräusche von 0 bis 20 dB(A) kann man
praktisch nur unter Laborbedingungen hören, da die üblichen Umgebungsgeräusche schon
wesentlich lauter sind. Weitab von Städten und Verkehrswegen betragen die
Umgebungsgeräusche 20 bis 30 dB(A), wenn kein starker Wind weht und keine natürlichen
Schallquellen (z. B. Wasserfälle) in der Nähe sind. Bei normaler Unterhaltung liegen die
Schallpegel etwa bei 55 dB(A), bei sehr starkem Stadtverkehr bei 80 dB(A); Presslufthammer
und Musikanlagen (z. B. Diskotheken) erreichen bis zu 100 dB(A), das Triebwerk eines
Düsenflugzeuges in 100 m Entfernung bis zu 130dB(A).
Der Lärm in unserer Umwelt
ist aber meist eine Mischung unterschiedlicher Geräusche mit ständig wechselnder
Lautstärke und Frequenzzusammensetzung. Um dennoch vergleichbare Werte zur Beschreibung
der Geräuschbelastung zu erhalten, wird als Hilfsgröße der Mittelungspegel herangezogen. Dieser entspricht dem Mittelwert der
Schallintensität innerhalb eines bestimmten Mitteiungszeitraumes. Er wird ebenfalls in
dB(A) angegeben.
Pegelspitzen werden durch ihre hohe
Intensität im Mittelungspegel stark berücksichtigt. Treten sie jedoch nur vereinzelt auf,
können sie den Mittelungspegel deutlich übertreffen und besonders stören, deshalb gibt
es neben dem Mittelungspegel getrennte Beurteilungskriterien für einzelne hohe
Pegelspitzen.
Ein Nachteil des Mittelungspegels besteht darin, dass der
Zahlenwert keinen Aufschluss über die Zeitstruktur und die Ereignishäufigkeit der
ursprünglichen Geräusche gibt: So ergeben z. B. 2000 PKW pro Stunde in 25 m Abstand bei
Stadtgeschwindigkeit (50 km/h) den gleichen Mittelungspegel von 65 dB(A) wie ein einziger
InterCity-Zug pro Stunde, der mit 160 km/h vorbeifährt.
Wie misst der
Umweltanalytiker den Schall am Schlafplatz ?
Mittels Schalldruckpegelmesser
erfolgt eine Langzeitaufzeichnung unter folgenden Bedingungen:
- In der Zeitspanne von 22 bis 6 Uhr
- im Hörschallbereich von 30 Hz bis 8.000 Hz
- mit Bewertungsfilter A, evtl. mit A + C
- 0,5 m hinter dem gekippten Fenster
Möchten Sie mehr zur
Schallmessung wissen ?
Schreiben Sie an info@umweltmesstechnik-bayreuth.de
oder rufen Sie an unter 0921-7412744.
Literaturhinweis:
"Lärmfibel" der Gesellschaft für Lärmvermeidung |