| Leichtflüchtige
Stoffe (VOC) VOC ist die Abkürzung für volatile
organic compounds (= flüchtige organische Substanzen). Gemäß Definition der
Weltgesundheitsorganisation sind VOC Organische Substanzen mit einem Siedebereich von 60
bis 250°C. Zu den VOC zählen z.B. Verbindungen der Stoffgruppen Aliphate,
Aromaten, Ester, Ketone, Alkohole, Glykole, chlorierte Verbindungen, Siloxane und Aldehyde
Verrursacher für die Umweltbelastung mit VOC sind der Straßenverkehr, bauchemische
Produkte wie z. B. Anstrichstoffe, Klebstoffe oder Dichtungsmassen. Mögliche Quellen
von VOC in Innenräumen sind neben den Baustoffen auch Einrichtungsgegenstände,
Reinigungs- und Pflegemittel, Hobby- und Heimwerkerprodukte, Bürochemikalien und vor
allem Tabakrauch. Ein wesentlicher Träger von VOC sind Teppichböden. Geruchsprobleme
durch VOC können auch mikrobiell, durch Stoffwechselsubstanzen von Bakterien und Pilzen,
verursacht werden.
Mit dem VOC-Screening nach Umweltbundesamt / VDI 4300 werden standardmäßig 62
Verbindungen untersucht, die 10 Hauptsignale identifiziert und die VOC-Anzahl in
Tabellenform dargestellt. Die Probennahme erfolgt auf XAD-7-Harz und Aktivkohle mit
jeweils 100 L Luft.
Formaldehyd
Formaldehyd ist eine gasförmige,
organische Verbindung, die in der Natur u.a. bei der unvollständigen Verbrennung von
kohlenstoffhaltigem Material entstehen kann. Es zählt trotz umfangreicher
Reglementierungen immer noch zu den bedeutsamen innenraumschadstoffen und wird in
Innenräumen bis hin zu Konzentrationen im Bereich der maximalen Arbeitsplatzkonzentration
in Höhe von 0,5 ppm nachgewiesen. /font>
Formaldehyd ist Bestandteil der
eingesetzten Harze und Kunststoffe von Holzwerkstoffen. Diese Harze werden vor allem bei
Zutritt von Feuchtigkeit (Luftfeuchtigkeit) zersetzt und geben dann Formaldehyd frei,
solange das jeweilige Kunstharz noch vorhanden ist.
Formaldehyd ist eine außerordentlich vielfältig eingesetzte
Chemikalie, die in einer Fülle von Produkten des alltäglichen Gebrauchs enthalten ist.
Als mögliche Formaldehydquellen kommen vor allem in Betracht:
- verleimte Produkte aus Holzwerkstoffen, Korkplatten und ähnlichen
Materialien: formaldehydhaltige Kleber
- Dämmstoffe und Ausschäummaterial: Formaldehyd-Harnstoff-Schäume
- Anstrichstoffe, Farben, Lacke, Parkettsiegel: Formaldehyd im
Konservierungs- oder Bindemittel
- Glas- und Steinwolle, Fasermatten: formaldehydhaltige
Bindemittel
- Textilien und textile Bodenbeläge: Veredelung mit
Harnstoff-Formaldehyd-Harzen
- Reinigungs-, Pflege- und Desinfektionsmittel
- Kosmetika, z. B. Mundspülmittel oder Nagelhärter
- Tabakrauch
Die Raumluftmessung auf Formaldehyd erfolgt gemäß VDI 3484 Bl 2
in Verbindung mit VDI 4300 Bl. 3 mit DNPH Röhrchen mit 50 L Luft. Bei einer
Raumausstattung jüngeren Datums (< 5 Jahre) werden weitere 15 Aldehyde untersucht.
Gesundheitliche Beschwerdebilder
bei leichtflüchtigen Schadstoffen und Formaldehyd sind vielschichtige allergische
und neurologische Symptome sowie Haut- bzw. Schleimhautreizungen. Weiterhin können
Atemwegserkrankungen, Depressionen, Müdigkeit, Nervosität, Schlaf- und Sprachstörungen
auftreten.
Schwermetalle im Hausstaub,
Material und Boden
Schwermetalle und ihre Verbindungen können über verschiedene Wege in den Staub der
Innenraumluft gelangen. Zum einen wird die Raumluft durch Stäube belastet, die z.B. bei
Schleif- und Sägearbeiten oder durch unvermeidbaren Abrieb von Gebrauchsgegenständen wie
Teppichböden freigesetzt werden. Auch Asche- und Schlackeschüttungen in Zwischendecken
von Altbauwohnungen sind eine mögliche Quelle.
Zum anderen muss hier das Ausgasen einiger Spezies genannt werden, die in Anstrichen oder
Holzschutzmitteln verwendet werden. Dabei handelt es sich v.a. um organische Verbindungen
von Quecksilber, Arsen, Blei und Zinn. Diese werden teilweise an Staubpartikeln adsorbiert
und führen so zu einer latenten Gesundheitsgefährdung.
Schwermetalle rufen verschiedenste Krankheitssymptome hervor. Deshalb
ist es geradezu unmöglich, aufgrund von Krankheitssymptomen auf die Belastung durrch ein
bestimmtes Element zu schließen. Es ist vielmehr sinnvoll, mittel einer Hausstaubuntersuchung die konkrete Belastungssituation durch die Innenraumsituation zu
ermitteln.
Bei Arsen werden Nervenleiden, Schwäche, Blutarmut und Hautentzündungen
als Symptome genannt. Für Blei gelten Appetitlosigkeit, Müdikeit,
Nervosität und Kopfschmerzen als Anzeichen einer Belastung. Bei erhöhter Cadmiumaufnahme
sind Leber- und Nierenschädigungen sowie Knochenveränderungen zu nennen.
Quecksilber schädigt das Immunsystem und führt zu Kopfschmerzen sowie
Hautreizungen. Die anderen Elemente können ebenfalls zu gesundheitlichen Belastungen
führen. Die Elemente Nickel, Cobalt und Chrom gelten beispielsweise als
Allergieauslöser. Bei den Elemente Arsen, Blei, Chrom, Cadmium, Cobalt, Nickel,
Quecksilber gibt es Spezies die als carzinogen und matagen
gelten.
Literaturquellen:
1) www.baubiologie.net: Schadstoffe in Innenräumen
2) Analytik Aurachtal: Grundlagen für Probennehmer
3) www.enius.de
4) www.alab.de
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Umweltmesstechnik
Bayreuth führt Luftprobennahmen von leichtflüchtigen organischen Stoffen und von
Formaldehyd durch
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