Baubiologie und Umweltanalytik in Nordbayern

Baubiologie und Umweltanalytik

Gesund bauen und wohnen
Bayreuth, 14.11.2018


Radonvorsorge-Gebiete im Blick

Radonvorkommen im Boden mit großer Spannweite

Radongas messen und bewerten Die Einschätzung, welche Maßnahmen zur Abdichtung des Gebäudes notwendig sind, richtet sich nach dem Vorkommen von Radongas in der Bodenluft. Der Radonsachverständige Joachim Kemski aus Bonn schätzt den Medianwert der Radonkonzentration in Deutschland auf 35.000 Bq/m³. Jeweils 30% der Messergebnisse liegen unter 20.000 Bq/m³, von 20.000 bis 40.000 Bq/m³ und von 40.000 bis 80.000 Bq/m³. Etwa 10% aller Messergebnisse übertreffen den Wert von 80.000 Bq/m³. Auf Basis dieser Größenordnungen stuft das Bundesamt für Strahlenschutz Radonvorsorgegebiete ein.

Einteilung in Radonvorsorgegebiete

Bei Gebieten kleiner 20.000 Bq/m³ in der Bodenluft sind keine Sicherheitsmaßnahmen notwendig. Liegt ein geplantes Bauvorhaben im Radonvorsorgegebiet I (20-40 T- Bq/m³), empfiehlt das BfS folgende Maßnahmen: Abdichten der Bodenplatte mit radondichtem Material. Abdichten von Durchdringungen der Bodenplatte und der erdberührten Wände durch radondichtes Material. Für Zu- und Ableitungen sind spezielle Rohrdurchführungssysteme am Markt zu finden. Der Hersteller muss jeweils die Dichtigkeit seiner Produkte mit einem Prüfverfahren nachweisen. Bei Grundstücken im Radonvorsorgegebiet II (40-100 T-Bq/m³) gelten noch zusätzliche Anforderungen: unter der Bodenplatte und an Wände im erdberührten Bereich sollte eine radondichte Folie angebracht werden; erdberührte Außenwände sind mit nicht-bindigem Material zu hinterfüllen. Alternativ zur Folienabdichtung lässt sich eine Abdichtung durch Verwendung von wasserundurchlässigem Beton in der Ausführung als "weiße Wanne" herstellen.

Radonvorsorgegebiete sind im Geoportal farbig markiert

Radonvorsorgegebiete im Geoportal Im Auftrag des Bundesamt für Strahlenschutz entstand eine Radonkarte für Deutschland. Dabei stammt die Mehrzahl der Daten aus dem Integrierten Mess- und Informationssystem IMIS für ionsierende Strahlung. Zum schnellen Erkennen des Risikogebietes dient eine farbliche Hinterlegung:

  • hellgelb: kleiner 20.000 Bq/m³
  • hellgrün: von 20.000 bis 40.0000 Bq/m³
  • hellblau: von 40.000 bis 100.0000 Bq/m³
  • dunkelblau: größer 100.0000 Bq/m³

Die Karte im Geoportal enthält eine Zoomfunktion. Der Anwender kann damit seinen Wohnort gut eingrenzen. Man muss aber wissen, dass viele Messwerte mit Hilfe mathematischer Simulationen berechnet sind, denn die Messung von Bodengas gestaltet sich relativ aufwändig. Das BfS hat deshalb eine Methode entwickelt, mit der das Radonpotenzial für ganz Deutschland abgeschätzt werden kann. Von 1995 bis 2001 wurden an 3.700 Messpunkten in Deutschland die Radonkonzentration im Boden und seine Gasdurchlässigkeit ermittelt. Durch eine Kombination der beiden Werte lässt sich das Radonpotenzial auch für die Gebiete abschätzen, die zwischen den Messpunkten liegen.

Radongas im Boden messen

Radongas im messen Die Messstange zur Bodenluftmessung sollte mindestens einen Meter tief in die Erde getrieben werden. Eine Messspitze aus Metall verhindert das Eindringen von Erdreich in den Hohlraum der Sonde. Abschließend führt der Messtechniker eine zweite, dünnere Stange in den Hohlraum der Bodensonde ein und klopft damit die Spitze wieder ein Stück weit aus dem Rohr heraus. Nach diesem Schritt ist der Zugang zur Sonde offen; die Spitze ist aber verloren. Mit einem Luftschlauch werden Messgerät und Sonde verbunden. Nun startet der Techniker die Messung. Nach gut zwanzig Minuten Messdauer zeigt das Display einen konstanten Wert von beispielsweise 28.000 Becquerel je Kubikmeter (Bq/m³) an. Der Techniker notiert den Messwert und trägt ihn in den Grundstücksplan ein. Die Anzahl der Messpunkte hängt von der Grundstücksgröße ab. Erfahrungsgemäß sollten mindestens fünf Messpunkte vorgesehen werden.

Unsere Leistungen

  • Orientierende Radongasmessung
  • Grafische Verläufe aufzeigen
  • Risikobewertung

Kontakt

Joachim Weise, Baubiologe (IBN)
Tel. 0921-7412744
info(at)umweltmesstechnik-bayreuth.de

Vorstellung "DoseMan"

Radongasmessung mit dem DoseMan

Radongasmessung mit dem DoseMan, einem elektronischen Radondosimeter für Kurzzeitmessungen von mindestens fünf Tagen. Damit ist eine schnelle Vorabinformation für Immobilienkäufer und -verkäufer möglich.
Video: Vorstellung DoseMan


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