Baubiologie und Umweltanalytik in Nordbayern

Baubiologie und Umweltanalytik

Gesund bauen und wohnen
Bayreuth, 25.06.2017


Schimmelprobenahme in der Praxis

Die Vorgeschichte sollte bekannt sein

Bevor der Probennehmer entscheidet, welche Art der Probenahme im konkreten Fall geeignet ist, sollten einige Details der Vorgeschichte bekannt sein. Der Sachverständige könnte z.B.  folgende Fragen stellen: Liegt bereits sichtbarer Schimmel vor? Sind Geruchs-Probleme vorhanden? Gab es kürzlich einen Wasserschaden? Sind bei den Bewohnern Krankheitssymptome bekannt? Soll nach der Feuchtesanierung und Feinreinigung eine Freimessung erfolgen? Ist die Wohnung vermietet? Der Gutachter wird, wenn möglich, eine Raumbegehung vor der eigentlichen Probenahme durchführen.

Die Luftprobenahme

Als gängigste Verfahren der Luftprobenahme stehen die Luftkeimsammlung auf Nährmedien und die Partikelsammlung zur Auswahl.

Holbach Luftkeimsammler für Schimmel Bei der Luftkeimsammlung auf Nährböden kommen drei Pilznährmedien zur Anwendung: Malzextrakt-Agar und DG18-Agar sollten parallel verwendet werden, um ein breiteres Schimmelpilzspektrum zu erfassen. CASO-Nähragar wird zur Anzüchtung von Bakterien verwendet. Zur Absicherung der Ergebnisse sind generell zwei Parallelproben je Medium sinnvoll. Somit kommen an einem Messplatz drei mal zwei Durchgänge zu Ausführung. Im Normalfall werden 100 Liter Luft angesaugt. Zusätzlich zur Innenraumprobe wird mit der gleichen Prozedur wie innen die Außenluft beprobt. Die Gegenüberstellung zwischen Innenraum- und Außenluft liefert wichtige Erkenntnisse. Im Labor werden die Nährböden einige Tage bebrütet. Nach dem Heranwachsen lassen die jeweiligen Gattungen, Arten und koloniebildenden Einheiten (KBE) bestimmen.
Die Partikelsammlung zur Gesamtsporenbestimmung auf Objektträger liefert eine Kontrollbestimmung für nicht keimfähige Sporen. Der Objektträger ist beschichtet und zieht die Partikel aus der Raumluft an. Im Labor werden die Streifen angefärbt und mikroskopiert. Es lässt sich eine Bestimmung nach Gattungen und Anzahl vornehmen.

Zur Vorbereitung der Probenahme hat der Auftraggeber einige Dinge zu beachten:

Oberflächenbeprobung

Die Oberflächenbeprobung gibt Aufschluss, an welchen Stellen im Raum ein Schimmelbefall vorliegt. Im Gegensatz zur Materialprobe erfolgt kein Eingriff in die Bausubstanz. Drei Methoden haben sich in der Praxis bewährt: die Folienkontaktprobe, die Abklatschprobe und die Abstrichprobe.

FolienkontaktprobeBei der Folienkontaktprobe wird ein ca. 8 Zentimeter breiter Tesafilm auf die Oberfläche aufgedrückt und anschließend wieder abgezogen. Die Folie wird im Labor mit dem Ziel mikroskopiert, verschiedene Pilzgattungen zu bestimmen. Ebenso wichtig ist die Aussage, ob es sich an der beprobten Stelle lediglich um Sporen handelt oder ob eine Pilzgeflecht (Myzel) gewachsen ist.
Bei der Abklatschprobe wird ein besonders geformter Nährboden auf die verdächtige Stelle an der Oberfläche aufgedrückt. Ähnlich wie die Nährböden der Luftprobenahme werden die Nährböden der Abklatschprobe im Labor zunächst bebrütet und dann analysiert.
Für die Beprobung von schwer zugänglichen Bereichen wie Fugen oder Löchern werden sterile Wattestäbchen als Abstrichprobe eingesetzt. Mit dem Wattebausch werden die Oberflächen gründlich abgewischt. Die Probe kommt danach sofort in eine beschriftete Transporthülse. Im Labor kann die Probe auf verschiedene Nährmedien ausgestrichen werden.

Materialproben

Diese Art der Probennahme kommt zur Anwendung, wenn die Oberflächenkontaktprobe schwer möglich ist oder wenn tiefere Schichten untersucht werden müssen. So wird man für Beprobungen unterhalb des Estrichs Kernbohrungen vornehmen, um an die Schadenstelle zu gelangen. Bei Feuchteschäden im Fußboden ist meistens die Dämmschicht unter dem Estrich befallen. Im Labor lassen sich drei verschiedene Analysemethoden durchführen: direkte Mikroskopie der Materialoberflächen, die direkte Kultivierung und die Verdünnungsreihe.
Bei der direkten Mikroskopie werden zunächst eine oder mehrere Oberflächen untersucht. Bei Bohrkernen lassen sich z.B. mehrere Teilflächen getrennt mikroskopieren. Ebenfalls sinnvoll ist es, bei Holzproben in mehreren Schichten die Eindringtiefe der Schimmelpilzbesiedelung zu ermitteln.
Bei der direkten Kultivierung wird z.B. ein Tapetenstück mit Vorder- und Rückseite auf den Nährboden gelegt,  kultiviert und identifiziert.  
Bei der Verdünnungsreihe wird das Material zerkleinert, verdünnt, kultiviert und identifiziert. Das Ergebnis wird qualitativ, d.h. nach Gattung und Art und quantitativ mit der Einheit KBE je Gramm bestimmt.

Abstrichprobe
Beispiel einer Abstrichprobe
(Quelle: Umweltmykologie)

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