Baubiologie und Umweltanalytik in Nordbayern

Baubiologie und Umweltanalytik

Gesund bauen und wohnen
Bayreuth, 17.12.2017


Holzschutzmittel sind immer noch in der Diskussion

Holzschutzmittel (HSM) gasen langsam aus

Holzschutzmittel Bis Ende der achtziger Jahre wurden in Innenräumen härteste Holzschutzmittel verwendet. Lindan und Pentachlorphenol (PCP) sind die bekanntesten Vertreter. Die gesundheitlichen Auswirkungen können gravierend sein. Unter anderem werden Schleimhautreizungen, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Glieder- und Muskelschmerzen genannt. In Summe ergibt sich oft das chronische Erschöpfungs- und Ermüdungssyndrom. Lindan wirkt als Nervengift. Die Symptome können Zittern oder Muskelkrämpfe sein. Beide Holzschutzmittel werden als krebserregend eingestuft. PCP und Lindan haben einen sehr niedrigen Dampfdruck und gasen deshalb langsam aus. PCP wurde in Deutschland Ende 1989 verboten. Dennoch ist das Gift immer noch in Wohnräumen nachweisbar.

Vorsicht bei gebrauchten Immobilien

Wer ein gebrauchtes Haus kaufen will, sollte nach dem Baujahr fragen oder sich nach durchgeführten Renovierungen erkundigen. Holzverkleidungen, Holzdecken, Sichtbalken, Bodenbeläge, Türrahmen, Fenster, Treppen und Treppengeländer wurden bevorzugt mit Holzschutz behandelt. Es kann sich auch lohnen, in der Nachbarschaft zu fragen, ob Krankheiten aufgrund von HSM bekannt sind.

Die Analytik

Zur Auswahl stehen Staub-, Material- und Raumluftanalysen. Bei konkretem Verdacht werden Materialproben genommen und im Labor analysiert. Drei bis fünf Proben sind das Minimum. Bei einer vorsorglichen Untersuchung ist zunächst die Hausstaubanalyse zu empfehlen. Der Frischstaub wird per Staubsauger aufgenommen und dann im Labor analysiert. Zuvor sind alle Flächen zu reinigen. Für Frischstaub gilt ein Zeitrahmen von zehn bis zwanzig Tagen. Falls aus dieser Analytik kein eindeutiges Ergebnis ersichtlich ist, wäre eine Raumluftprobe zu empfehlen. Dabei wird ein Volumen von mindestens 1.000 Liter auf PU-Schaum gezogen. Im Sommer kommt es eher zu Unterbewertungen. Deshalb ist die Raumluftprobennahme in der kühlen Jahreszeit aussagefähiger.

Die PCP-Richtlinie anstelle von bundesweiten Grenzwerten für Holzschutzmittel

Richtwerte für Holzschutzmittel Für Holzschutzmittel existieren keine bundesweit einheitlichen Grenzwerte. In den achtziger und neunziger Jahren des letzten Jahrhunderts entschlossen sich die für das Bau-, Wohnungs- und Siedlungswesen zuständigen Minister der Länder eine Kommission zur Aufstellung einer technischen Regel für das häufig verwendete Pentachlorphenol (PCP) einzuberufen. Als deren Ergebnis liegt seit Februar 1997 die PCP-Richtlinie vor. Die technische Regel liefert Vorgaben für die Bewertung der Schadstoffkonzentration in der Raumluft und die Ermittlung der Sanierungsnotwendigkeit von belasteten Räumen. Für Lindan, als das am nächsthäufigsten verwendete Holzschutzmittel, gelten die Richtwerte und Sanierungsmaßnahmen analog. Im Bereich des Arbeitsschutzes sind die Vorgaben der Gefahrstoffverordnung anzuwenden.

 


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