Baubiologie und Umweltanalytik in Nordbayern

Baubiologie und Umweltanalytik

Gesund bauen und wohnen
Bayreuth, 21.10.2017


Wohngifte und Innenraumschadstoffe

Leichtflüchtige Stoffe (VOC)

VOC ist die Abkürzung für volatile organic compounds (= flüchtige organische Substanzen). Gemäß Definition der Weltgesundheitsorganisation sind VOC Organische Substanzen mit einem Siedebereich von 60 bis 250ºC. Zu den VOC zählen z.B. Verbindungen der Stoffgruppen Aliphate, Aromaten, Ester, Ketone, Alkohole, Glykole, chlorierte Verbindungen, Siloxane und Aldehyde

Verursacher für die Umweltbelastung mit VOC sind der Straßenverkehr, bauchemische Produkte wie z. B. Anstrichstoffe, Klebstoffe oder Dichtungsmassen. Mögliche Quellen von VOC in Innenräumen sind neben den Baustoffen auch Einrichtungsgegenstände, Reinigungs- und Pflegemittel, Hobby- und Heimwerkerprodukte, Bürochemikalien und vor allem Tabakrauch. Ein wesentlicher Träger von VOC sind Teppichböden. Geruchsprobleme durch VOC können auch mikrobiell, durch Stoffwechselsubstanzen von Bakterien und Pilzen, verursacht werden.  

Mit dem VOC-Screening nach Umweltbundesamt / VDI 4300 werden standardmäßig 62 Verbindungen untersucht, die 10 Hauptsignale identifiziert und die VOC-Anzahl in Tabellenform dargestellt. Die Luftprobennahme erfolgt mit dem Tenax-Verfahren.

Formaldehyd

Formaldehyd ist eine gasförmige, organische Verbindung, die in der Natur u.a. bei der unvollständigen Verbrennung von kohlenstoffhaltigem Material entstehen kann. Es zählt trotz umfangreicher Reglementierungen immer noch zu den bedeutsamen innenraumschadstoffen und wird in Innenräumen bis hin zu Konzentrationen im Bereich der maximalen Arbeitsplatzkonzentration in Höhe von 0,5 ppm nachgewiesen.

Formaldehyd ist Bestandteil der eingesetzten Harze und Kunststoffe von Holzwerkstoffen. Diese Harze werden vor allem bei Zutritt von Feuchtigkeit (Luftfeuchtigkeit) zersetzt und geben dann Formaldehyd frei, solange das jeweilige Kunstharz noch vorhanden ist.

Formaldehyd ist eine außerordentlich vielfältig eingesetzte Chemikalie, die in einer Fülle von Produkten des alltäglichen Gebrauchs enthalten ist. Als mögliche Formaldehydquellen kommen vor allem in Betracht:

Die Raumluftmessung auf Formaldehyd erfolgt gemäß VDI 3484 Bl 2 in Verbindung mit VDI 4300 Bl. 3 mit DNPH Kartuschen mit 50 L Luft. Bei einer Raumausstattung jüngeren Datums (< 5 Jahre) werden weitere 15 Aldehyde untersucht.

Holzschutzmittel

Bis Ende der achtziger Jahre wurden in Innenräumen härteste Holzschutzmittel verwendet. Lindan und Pentachlorphenol (PCP) sind die bekanntesten Vertreter. Die gesundheitlichen Auswirkungen können gravierend sein. Unter anderem werden Schleimhautreizungen, Konzentrationsschwäche, Kopfschmerzen, Glieder- und Muskelschmerzen genannt. In Summe ergibt sich oft das chronische Erschöpfungs- und Ermüdungssyndrom. Lindan wirkt als Nervengift. Die Symptome können Zittern oder Muskelkrämpfe sein. Beide Holzschutzmittel werden als krebserregend eingestuft. Einen Spezialartikel zu Holzschutzmittel finden Sie auf dieser Webseite.

Schwermetalle im Hausstaub, Material und Boden

Schwermetalle und ihre Verbindungen können über verschiedene Wege in den Staub der Innenraumluft gelangen. Zum einen wird die Raumluft durch Stäube belastet, die z.B. bei Schleif- und Sägearbeiten oder durch unvermeidbaren Abrieb von Gebrauchsgegenständen wie Teppichböden freigesetzt werden. Auch Asche- und Schlackeschüttungen in Zwischendecken von Altbauwohnungen sind eine mögliche Quelle.

Zum anderen muss hier das Ausgasen einiger Spezies genannt werden, die in Anstrichen oder Holzschutzmitteln verwendet werden. Dabei handelt es sich v.a. um organische Verbindungen von Quecksilber, Arsen, Blei und Zinn. Diese werden teilweise an Staubpartikeln adsorbiert und führen so zu einer latenten Gesundheitsgefährdung.

Schwermetalle rufen verschiedenste Krankheitssymptome hervor. Deshalb ist es geradezu unmöglich, aufgrund von Krankheitssymptomen auf die Belastung durrch ein bestimmtes Element zu schließen. Es ist vielmehr sinnvoll, mittels einer Hausstaubuntersuchung die konkrete Belastungssituation durch die Innenraumsituation zu ermitteln.

Bei Arsen werden Nervenleiden, Schwäche, Blutarmut und Hautentzündungen als Symptome genannt. Für Blei gelten Appetitlosigkeit, Müdikeit, Nervosität und Kopfschmerzen als Anzeichen einer Belastung. Bei erhöhter Cadmiumaufnahme sind Leber- und Nierenschädigungen sowie Knochenveränderungen zu nennen.

Quecksilber schädigt das Immunsystem und führt zu Kopfschmerzen sowie Hautreizungen. Die anderen Elemente können ebenfalls zu gesundheitlichen Belastungen führen. Die Elemente Nickel, Cobalt und Chrom gelten beispielsweise als Allergieauslöser. Bei den Elemente Arsen, Blei, Chrom, Cadmium, Cobalt, Nickel, Quecksilber gibt es Spezies die als carzinogen und matagen gelten.

Literaturquellen:

1) www.baubiologie.net: Schadstoffe in Innenräumen
2) Analytik Aurachtal: Grundlagen für Probennehmer
3) www.enius.de
4) www.alab.de

 

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Joachim Weise
Tel. 0921-7412744
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